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Realschulabschluss: Sprungbrett in die Praxis

 
Flensburger Tageblatt, 14.01.2011
  
Eckener-Schule informiert über Angebot / Bewerbungsfrist für das kommende Schuljahr läuft noch bis Ende Februar 
  
Den Hauptschulabschluss in der Tasche, und nun? Lieber eine Lehre machen oder doch weiter zur Schule gehen? Diese Fragen zu beantworten, kann sehr schwierig sein – denn wer weiß schon im Alter von 15 Jahren, wo er beruflich hin will. Da kann die Wahl, an einer Berufsfachschule die Realschule abzuschließen, sinnvoll sein. Hier wird neben den „klassischen“ Fächern wie Deutsch, Englisch und Mathe auch Fachpraxis und -theorie unterrichtet – je nach gewähltem Schwerpunkt.
 

Üben für den Berufsalltag: Marvin Watzke in der Werkstatt der Eckener-Schule.

Marvin Watzke hat diesen Weg gewählt und ist froh darüber. Er hat an der Eckener-Schule in Flensburg seinen Abschluss an der Berufsfachschule mit der Fachrichtung Gestaltung absolviert. Inzwischen ist er im zweiten Lehrjahr seiner Ausbildung zum Tischler. Vieles vom Gelernten kann er anwenden: „Man bekommt ein Auge für die Dinge und kann den Kunden Tipps geben.“ Auch die Theorie hilft ihm heute beim technischen Zeichnen in der Berufsschule, oder wenn es im Berufsalltag erforderlich ist.   
 
Auch in der Fachpraxis, dem Unterricht in der Werkstatt, hat der 19-Jährige viel ausprobieren können. So konnte er mit Holz, Gips, Ton und Farbe arbeiten.  
 
Neben der Hannah-Arendt-Schule und der Städtischen Handelslehranstalt bietet die Eckener-Schule in Flensburg die Möglichkeit, auf diesem Weg die Mittlere Reife zu erlangen, einen dem Realschulabschluss gleichwertigen Abschluss. Hier haben Jugendliche die Wahl zwischen vier Fachrichtungen: Elektro-, Metall- und Allgemeine Technik oder Gestaltung.  
 
Besonders breit gefächert ist die Ausbildung im Fachbereich Allgemeine Technik. Hier lernen die Schüler Tätigkeiten aus vier Bereichen kennen: Metall- und Elektrotechnik sowie Holz- und Kfz-Technik.  
  
Auch Valentino Lulli (18) stellte erste Weichen an der Berufsfachschule für die Elektrotechnik, hat danach aber einen anderen Weg eingeschlagen. Statt einer Berufsausbildung arbeitet er im Moment auf das Abitur hin – auch im Bereich der Datenverarbeitung. Auch er kann viele Grundkenntnisse aus der Berufsfachschule jetzt weiter anwenden.  
  
„Die Schüler haben hier einen hohen Teil an Fachpraxisstunden“, sagt Gisela Aschmoneit, Bildungsgangsleiterin der Berufsfachschule I. Außerdem sind in den zwei Jahren bis zur Mittleren Reife zwei Praktika vorgesehen. So haben die Schüler die Gelegenheit, je 14 Tage ins Berufsleben hineinzuschnuppern. „Dadurch entsteht frühzeitig Kontakt zu den Firmen, und die Schüler können ausprobieren, ob der Beruf etwas für sie ist“, erklärt Aschmoneit. Nützlich auch im Hinblick auf eine spätere Berufsausbildung, denn nicht selten bekämen Schülerpraktikanten Ausbildungsverträge angeboten.  
  
Die Praktika können auch außerhalb des gewählten Fachbereichs absolviert werden, denn letztendlich gehe es darum, dass den Schülern Orientierungshilfe gegeben wird. „Viele Schüler wollen das in der Schule Gelernte anwenden“, schildert Aschmoneit.
 
Am 19. Januar,19 Uhr, veranstaltet die Eckener-Schule in Flensburg, Friesische Lücke 15, in der Aula eine Informationsveranstaltung. Bis zum 28. Februar können sich Interessierte bei den Berufsfachschulen bewerben.   
 
sh:z/Flensburger Tageblatt/Text und Bild: Anja Christiansen vom 14.01.2011