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Startschuss für das fünfte und letzte Eulensymposium

Aus solchen dicken Stämmen wollen die Workshop-Teilnehmer in den kommenden Tagen Eulen herstellen.

 
Startschuss für das fünfte und letzte Eulensymposium Auszubildende im Holzbildhauerhandwerk arbeiten knapp zwei Wochen in Tarp

 
Flensburger Tageblatt, 03.05.2011 
 

Gerade noch war nur Vogelzwitschern im Tarper Wald zu hören. Dann setzte das typische Geräusch von Motorsägen ein. Es wurden jedoch keine Bäume gefällt, die Teilnehmer am fünften Eulensymposium in Tarp haben ihre Arbeiten begonnen. Bis zum 12. Mai sind acht Auszubildende im Holzbildhauerhandwerk dabei, aus mächtigen Eichenstämmen ihre Modelle in große Eulen zu realisieren.

 
Als vor vier Jahren mit dem ersten Eulensymposium am Eulenplatz in der Nähe der Tarper Ortsmitte gestartet wurde, lag der Erfolg noch in weiter Ferne. Es gab zwar Bürger, die einen Kuchen vorbeibrachten, auch gerne die Holzabfälle in die Karre luden, aber es gab auch Kritik am Kettensägenlärm. „Die arbeiten ja sogar in der Mittagspause“, wurde der Bürgermeisterin vorgetragen.
  
Das alles ist Geschichte. Die letzten Arbeiten fanden im Industriegebiet auf dem Gelände des Bauhofes außerhalb der Besiedelung statt. Von Kritik ist nichts mehr zu hören. Im Gegenteil: Eine große Zahl Tarper Bürger identifiziert sich mit dem Eulensymposium, hat sich als „Eulenpate“ eintragen lassen. „Den jungen Menschen bei dieser zielgerichteten Arbeit zuzusehen, die von Azubis im zweiten Ausbildungsjahr gefertigten Arbeiten zu sehen, das ist doch toll“, sagen heute viele.
 
Da der Bauhof abgerissen worden ist, findet das fünfte und letze Eulensymposium auf dem Gelände der „Dänischen Trenehytten“ im Harkielweg unweit des Waldfriedhofes statt. Der vom Flensburger Künstler Uwe Appold organisierte und von Thorsten Büttner, einem selbstständigen Holzbildhauermeister aus Westerholz vor Ort begleitete Workshop ist in diesem Jahr keine Aufgabe für nur eine Holzbildhauerschule. Es sind drei Azubis von der Flensburger Eckenerschule dabei – von dieser Schule kam vor vier Jahren die erste Gruppe – zwei kommen aus Berchtesgaden und drei aus Empfertshausen. Die Garmisch-Partenkirchener, die ein Jahr lang mit einer Gruppen vertreten war, konnten diesmal wegen anderer Termine keinen Teilnehmer entsenden.

Im Vorfeld hatte es in den teilnehmenden Schulen einen Wettbewerb zwischen allen Azubis des zweiten Jahrgan ges gegeben. Von den vielen eingereichten Vorschlägen waren die jetzt zu verwirklichenden Arbeiten ausgewählt worden. Jetzt werden die Vorschläge umgesetzt, entstehen aus groben Klötzen Eulenfiguren.

Neben der Arbeit steht auch Kultur auf dem Programm. Der Schleswiger Dom mit Brüggemann-Altar ist ebenso ein Ziel wie die Ostsee. Und natürlich wird die Gruppe sich das ansehen, was ihre Vorgänger geschaffen haben – für diese und andere Touren hat ein Fahrradhändler Räder zur Verfügung gestellt. „Eulenpaten“ versorgen die angehenden Holzbildhauer täglich mit Kuchen, vorgesehen ist eine Grillparty. Am 11. Mai um 16 Uhr sollen die fertigen Arbeiten präsentiert werden. „Wer Interesse an der Entstehung der Arbeiten hat, darf gerne vorbei schauen“, sagt Thorsten Büttner. Aber möglichst mit Ohrschützern und nicht zu lange. „Wir müssen ja fertig werden.“ pm

sh:z/Flensburger Tageblatt/Text und Bild: pm vom 03.05.2011