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Im Klassenzimmer durchs All

 
Flensburger Tageblatt, 26.06.2012
 
Premiere im Planetarium: Die Eckener Schule absolvierte seinen Unterricht unterm digitalen Sternenhimmel
 
Vom Klassenzimmer in der Eckener Schule geht es in das abgedunkelte Menke-Planetarium in Glücksburg. Einen Physikunterricht der anderen Art erhalten dort zwei elfte Klassen des beruflichen Gymnasiums. „Ich möchte den Schülern eine andere Form des Unterrichts nahe bringen“, sagt Referendar Andree Rossow, der seit zirka fünf Jahren auch als Referent am Planetarium tätig ist. „Man kann hier auf anschauliche Weise interessanten naturwissenschaftlichen Unterricht betreiben“, ergänzt Diplom-Ingenieur Rainer Christiansen, der das Planetarium leitet. Schulklassen, die zum Beispiel auf Klassenfahrt sind, sind häufig Besucher des Planetariums. Doch mit den Eckener Schülern absolvierte erstmals eine Klasse ihren regulären Unterricht in der Einrichtung der Fachhochschule Flensburg. Seit der Modernisierung des Planetariums vor zwei Jahren bekommen die Gäste nun eine digitale „Fulldome-Projektion“ zu sehen. Zwei Projektoren und vier vernetzte Rechner sorgen dafür, dass das bekannte Universum von jedem beliebigen Standpunkt aus angezeigt werden kann. Andree Rossow erklärt so seinen Schülern, wie der Sternenhimmel zurzeit am Abend aussieht. Er zeigt den Verlauf der Sonne in den verschiedenen Jahreszeiten und welche Sterne und Sternenbilder man mit bloßem Auge erkennen kann.

 
„Die Milchstraße besteht in Wirklichkeit aus vielen Sternen, die wir mit unserem Augen nicht mehr wahrnehmen können, deswegen sehen wir eine Art Nebel“, erklärt er den neugierigen Schülern, die so manche Frage haben: Wieso sind einige Sterne heller als andere? Was ist der Unterschied zwischen einem Planeten und einem Stern? Wo ist der Polarstern? Für all diese Fragen hat der angehende Physiklehrer eine Antwort parat und liefert gleichzeitig Beispiele und Tipps, die helfen, bestimmte Himmelskörper zu finden.

Die Schüler sind begeistert: „So ist der Unterricht viel anschaulicher. Physik ist sonst nicht mein Fach, aber heute fand ich es richtig spannend und interessant“, sagt Nadine Lehr. Ich kann mir nun viel besser vorstellen, wie es im Weltall aussieht“, fügt Kinga Reckweg hinzu. Ein Höhepunkt des knapp dreistündigen Unterrichts ist eine animierte Fahrt durch die Ringe des Saturns. „Das hat mir richtig gut gefallen, das wirkte total real“, sagt Kerrin Schreiber.

„Das Planetarium ist ein toller außerschulischer Lernort. Vieles kann man den Schülern hier einfacher als in der Schule erklären“, begründet Andree Rossow seine Entscheidung, den Unterricht zu verlegen. Im nächsten Schuljahr wolle er wieder mit den Schülern hierher kommen, aber auch andere Schulen der Region seien herzlich willkommen.

 
sh:z/Flensburger Tageblatt/Text und Bild: Birthe Herbst-Gehrking, Bild: Marcus Dewanger